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  Umwelt
 
Genfeld-BesetzerInnen erreichen Gespräch mit FH-Rektor - 7.4.2008

  (pm)

Am Vormittag des 7. April, 11 Uhr empfingen die Ko-Rektorin Frau Niederdrenk-Felgner und der Pressesprecher der FH, Herr Schmücker, einige BewohnerInnen des besetzten Feldes für gentechnisch veränderten Mais. Die AktivistInnen überreichten einen offenen Brief, der an Direktor Ziegler und den Versuchsleiter Prof. Schier gerichtet ist. Sie forderten die Einstellung der Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen an der FH Nürtingen-Geislingen, andernfalls blieben sie so lange auf dem Acker bis eine Aussaat dieses Jahr nicht mehr möglich sei. Die Ko-Rektorin sagte den AktivistInnen zu, dass von der FH keine polizeiliche Räumung des Feldes ausgehe, bis man in einen Dialog getreten sei. Dafür bietet das Rektorat den AktivistInnen für Mittwoch, den 9.4., um 14 Uhr ein Gespräch an. Allerdings könne das Rektorat Prof. Schier die gentechnologische Arbeit nicht verbieten. Sie stelle sich, unabhängig von der persönlichen Meinung des Rektorats, hinter ihren Lehrenden, da er sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens bewege. In diesem Zusammenhang stellten die AktivistInnen der Aussage von Prof. Schier, der sie in den Medien als „Kriminelle“ bezeichnete, ihre eigene Überzeugung gegenüber: Wenn wissenschaftliche Forschung unwiderruflich in das Ökosystem Erde eingreift, müssen die Menschen das Recht haben, Einspruch zu erheben und sich dagegen zu wehren. Die AktivistInnen erklärten, dass ihnen klar sei, dass das Vorantreiben der Biotechnologie ein bundesweites Programm sei, dass sich nicht bloß auf die FH Nürtingen beschränke, hoben aber die Rolle der Hochschulen innerhalb dieser Akzeptanzbeschaffung hervor. Besonders Prof. Schier sei kein neutraler Gentechnik-Forscher, sondern treibe mit seinen Versuchen eindeutig die Nutzung transgener Pflanzenlinien voran. Sie überreichten Frau Niederdrenk-Felgner ein Päckchen Alb-Linsen, die einen Ausdruck der regionalen Artenvielfalt darstellen und ebenfalls an der FH Nürtingen beforscht werden. Sie betonten die lebenswichtige Bedeutung solcher regionaler Sorten für die weltweite Artenvielfalt, im Gegensatz zur monokulturellen Verbreitung einiger weniger lizenzierter GV-Pflanzen, die traditionelle Sorten verdrängten. Für Donnerstag, den 10.4., 15 Uhr kündigten sie weiterhin eine Vorlesung speziell für Studierende der FH an, in der sie die „Gefahren und Risiken der Agro-Gentechnik“ darstellen wollen. Veranstaltungsort wird natürlich der Genacker sein.


 


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