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  Zukunftsfähiges NT
 
Vom Preis und der Lust der Mode - 14.4.2017
Einen Monat lang stand Nürtingen im Zeichen von Fair Fashion

 

(forumNT) Von Anfang März an stand die Hölderlinstadt für gut einen Monat im Zeichen des Projektes „Fair Fashion Nürtingen“. Eine Gruppe, die sich aus Frauen der BUND Ortsgruppe, der Eine-Welt-Gruppe und des Forums Zukunftsfähiges Nürtingen zusammengesetzt hat, knüpfte schon vorab vielfältige Kontakte und brachte so ein breites Spektrum an Kooperationspartnern zusammen:

So machten Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Realschule im Unterricht aus alten Hemden und Hosen ansprechende Kissen, Taschen und anderes. Diese wurden sodann in der Ausstellung „Upcycling“ repräsentativ in den weitläufigen Schaufenstern der Nürtinger Volksbank ausgestellt und natürlich gab es zu Beginn auch eine große Vernissage: das Bläserensemble der Geschwister-Scholl-Realschule spielte auf, Vertreter der Stadt, der Bank, des Forums und auch der Schulleiter sowie zwei beteiligte Schüler hielten Reden: In diesen kamen Omas Leible, das, wenn abgetragen, als Putzlappen diente, ebenso zur Sprache wie die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen der Textilarbeiterinnen in Fernost.

Diese wurden auch in dem Film „The True Cost“ beleuchtet, der im fast vollbesetzten Kino „Traumpalast“ lief: Ungeschminkte Bilder stellten den schillernden Laufstegen die trostlose Lage der Näherinnen gegenüber: Menschen und Natur leiden unter den Giften, die bei der Verarbeitung austreten. Viele Zuschauer waren erschüttert, manche realisierten womöglich zum ersten Mal, welches Leid sich hinter einem Billig-Shirt verbirgt. Die betroffene Frage „Was tun?“ stand im Raum, woran sich eine 45-minütige Diskussion anschloss, in der unterschiedliche Handlungsoptionen für ein fair-fashion-Verhalten erörtert wurden.

Auch die „Fair Fashion Modenschau“ am verkaufsoffenen Sonntag im Theater im Schlosskeller bot im gewissen Sinne Antworten auf die schwierige Frage: Dort wurde nämlich ökologisch produzierte und fair gehandelte Mode gezeigt, die teilweise in Nürtinger Geschäften, unter anderem im Eine-Welt-Laden, angeboten wird. Wer bis dahin gedacht hatte, diese seien so etwas wie moderne Büßergewänder, wurde eines Besseren belehrt: Die Models präsentierten Kleider, Blusen, Jacken und Hosen mal im lässigen Look, mal elegant – und schlenderten dabei persönlich charmanter Weise über den improvisierten Laufsteg.

Ganz experimentell und luftig ging zuvor der Catwalk der Modeklasse der Freien Kunstakademie Nürtingen über die Bühne: Die Studentinnen hatten aus liegen gebliebenen Gardinen gewagte Kreationen geschaffen und präsentierten diese schwungvoll und selbstbewusst: American style und Kriegerlook waren gleichermaßen zu bestaunen.

Neben diesen drei Veranstaltungen waren den März über die Schaufenster der Buchhandlung „Rotes Haus“ und des Eine-Welt-Ladens mit Upgecycltem beziehungsweise fairer Mode bestückt, die Stadtbücherei und die Buchhandlung „Zimmermann“ waren mit Büchertischen zum Thema beteiligt. Den Schlusspunkt setzte schließlich das Haus der Familie mit einem Upcycling-Kurs für Jugendliche.

So breit das Spektrum der Kooperationspartner war, so vielfältig waren die Formen, in denen das Thema im Laufe der vier Wochen bearbeitet und präsentiert wurde: informativ und unterhaltend, erschütternd und erheiternd, nüchtern und ästhetisch.

Ob das Projekt in Nürtingen konkrete Folgen nach sich ziehen wird, wird sich noch zeigen. Jedenfalls wurden auch Fragebögen verteilt, in denen die Haltung der Besucher zu Fair Fashion abgefragt wurde. Sobald die Antworten ausgewertet sind, werden die Ergebnisse auch den Nürtinger Bekleidungsgeschäfte bekannt gemacht. Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, ist eingeladen, sich in der Nürtinger Eine-Welt-Gruppe, dem BUND Ortsverband oder im Forum Zukunftsfähiges Nürtingen zu engagieren. Steine sind jedenfalls ins Wasser geworfen worden: Mal sehen, welche Kreise sie ziehen werden.

Zur „Fair Fashion Modenschau“ im Theater im Schloßkeller gibt es hier eine Bilderstrecke.

 

 


 


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