Die Opfer
Tief erschüttert stehen wir vor einer grausige Tat, die viele Todesopfer gefordert hat:
8 Schülerinnen
1 Schüler
3 Lehrerinnen
1 Klinikangestellter
1 Autoverkäufer
1 Kunde
der Täter
Zu den Opfern zählen auch die Angeschossenen, die mit ihren körperlichen Verletzungen erst einmal fertig werden und wieder gesunden sollen und müssen.
Doch gehören zu den Opfern auch als Betroffene die Angehörigen der Getroffenen, die Eltern, Großeltern und Geschwister. Jetzt liegen deren Wunden, entstanden durch die brutalen Morde, noch offen, die Schmerzen sind sicher kaum noch zu ertragen, das Leid betäubt alle Sinne. Vor Mitgefühl zieht es mir das Herz zusammen und ich weiß, dass kein Trost möglich ist.
Die einzige Hoffnung ist die Zeit, die den Kummer und das Leid etwas lindern kann.
Aber wie auch immer sie die nächsten Wochen überstehen mögen, ganz darüber hinweg kommen wird keiner der Betroffenen mehr. Noch nach Jahren, ja Jahrzehnten wird es weh tun, an dieses schreckliche Geschehen, an den Verlust zu denken. Es gibt Wunden, die verheilen nie, es gibt Wunden, die sind oberflächlich vernarbt und brechen wieder auf bei der geringsten Berührung.
Dies möchte ich keinem der trauernden Beteiligten sagen, aber all den anderen Menschen: Wenn ihr jemanden tötet, tötet ihr auch seine Angehörigen in ihrer Lebensfreude. Ihr verurteilt sie zu lebenslänglichen seelischen Schmerzen und daraus entstehenden körperlichen Beschwerden.
Wie soll man das verzeihen.
Dorothee Schmid
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