Spongo: Welche Musik hörten Sie damals?

Befragter: Was hab’ ich da damals an Musik gehört? New Wave.

Spongo: Und welche Bands waren "in"?

Befragter: Visage war was, The Cure – kam zwar später, war aber auch was.

Spongo: Wohin gingen Sie denn in Ihrer Freizeit? Beispielsweise am Abend.

Befragter: Äh,… ich blieb viel zu Hause, sonst Kino.

Spongo: Welcher Kleidungsstil war Mode?

Befragter: Überwiegend Jeans. Da hat sich bis heute nicht viel geändert.

Spongo: Mussten Sie oft im Haushalt helfen?

Befragter: Wenig.

Spongo: Und was mussten Sie tun?

Befragter: Och, das war… Getränke, Müll, vielleicht Staubsaugen. Halt nicht viel.

Spongo: Gab es "damals" auch Weltuntergangstheorien so wie heute? Wenn ja, wurden sie ernst genommen oder eher weniger?

Befragter: Weniger. Nostradamus kam erst später.

Spongo: Wenn Sie zum heutigen Leben Vergleiche ziehen, hat sich da etwas gewandelt oder nicht?

Befragter: Da hat sich schon was geändert. In erster Linie finanziell, es wurde alles teurer. Die Familien konnten sich früher mehr leisten als heute.

Spongo: Auch hinsichtlich der Technik hat einiges verändert. Wie stehen Sie dazu?

Befragter: Den PC find’ ich in Ordnung. Ich find’s halt bequem, auf diese Weise Bankgeschäfte zu tätigen. Die Bank kennt mich persönlich eigentlich nicht. Die haben mich nur bei der Kontoeröffnung gesehen. (lacht)

Wie gesagt, Internet halte ich für gut. Handys dagegen weniger. Man braucht sie eigentlich nicht. Früher brauchten wir sie schließlich auch nicht.

Spongo: Wenn Sie die Arbeitsmarktsituation in Ihrer Zeit vergleichen mit der heutigen, würden Sie sagen, dass ich da etwas geändert hat? Haben die Schulabgänger heute mehr Chancen als "damals"?

Befragter: (überlegt) Die Chancen sind eigentlich gleich geblieben. Ich denke, es ist alles verlagert worden.

Der Hauptschulabschluss ist heute allerdings weniger wert. Früher konnte man damit mehr machen. Ich glaube, Mittlere Reife ist heute einfach Standard. Gut, es gibt halt Eröffnungen von neuen Berufsgebieten, zum Beispiel Web-Design, Computer und so.

Spongo: Welche Jobs wurden in Ihrer Zeit am meisten gewählt?

Befragter: Also, zu meiner Zeit war bei Jungs das Kfz-Mechaniker-Gewerbe das Bevorzugte, bei den Frauen eher im Büro, also Bürokauffrau.

Ich mein’, heute gibt’s schon einige Änderungen. Wir haben damals alles selbst repariert, daher der Kfz-Mechaniker. Die Jugendlichen heute wissen leider ja nicht mal, wie man einen Reifen wechselt, geschweige denn ein Fahrrad repariert. (lacht)

Spongo: Was sind Sie von Beruf und was war/ist Ihr Traumjob?

Befragter: Drucker. Ich find’, ich hab’ meinen Beruf gut getroffen. Ich würde ihn wieder wählen, das ist ja da immer die knisternde Frage. Ich würde es aber wieder tun. Aber das Berufsfeld ist größer und interessanter geworden.

Spongo: Wie war "damals" die Schule, unterrichtsmäßig?

Befragter: Gut, es gab halt auch Tage, an denen man nicht hin wollte, an denen’s einem kein Spaß machte. Für uns war aber die Schule eigentlich immer so was wie ein Treffpunkt. Wir trafen uns dort, hatten Unterricht. Das war okay.

Spongo: Hat der Unterricht sich Ihrer Meinung nach verbessert oder verschlechtert?

Befragter: (überlegt) Schwer zu sagen. Ist lang her. Hm… hängt von den Lehrern ab. Ich behaupte mal, dass Lehrer vom alten Schlag mehr an die Schüler ran bringen als die jungen. Meine beiden Töchter haben dieselbe Lehrerin wie ich damals und sie sind sehr zufrieden. Die Schüler lernen einfach besser als bei jungen Lehrern, denn die haben oft kein Durchsetzungsvermögen, im Gegensatz zu denen vom alten Schlag.

Spongo: Haben Sie Ihren Lehrern Streiche gespielt? Wenn ja, welche?

Befragter: Ja, das haben wir auch gemacht. (lacht) Schulordnung abschreiben, Müll auflesen, Nachsitzen gab’s dann oft für uns. Aber man wusste auch, welchen Lehrern man Streiche spielen konnte und welchen nicht. Die jungen Lehrer waren oft dran, die waren beziehungsweise sind eben oftmals, wie gesagt, keine Respektspersonen.

Spongo: Wie viel Taschengeld haben Sie denn bekommen?

Befragter: Gar keins. Ich war einer derjenigen, die kein Taschengeld im Monat bekamen. Die andere Seite davon war eben dann, dass Anschaffungen kein Thema waren… Zum Geburtstag gab’s dann Geld oder für kleine Tätigkeiten. Ich war keiner, der einen bestimmten Betrag x zur Verfügung gestellt bekam, aber es war trotzdem okay.

Spongo: Ist das heutige Taschengeld gerechtfertigt?

Befragter: Ich denke, das ist letztendlich eine Frage der Erziehung. Ich sage nicht, man kommt ohne aus, aber es sollte halt im Rahmen bleiben, denn zu viel Taschengeld verleitet meiner Meinung nach zum Massenkonsum.

Es kommt irgendwie auf das Verhältnis Eltern – Kind an, vor allem wenn größere Anschaffungen getätigt werden wollen oder wenn man einfach nur normal Geld braucht.

Spongo: Alles klar, das war’s. Vielen Dank für das Gespräch.