Spongo: Welche Musik hörten Sie damals?

Befragte: Hm, was gab es denn damals so? Ich denke Rock und Pop.

Spongo: Und welche Bands waren "in"?

Befragte: Ja… Bon Jovi, ABBA, äh…, oh Gott…, Status Quo, Rolling Stones, Beatles. Ja das war’s.

Spongo: Wohin gingen Sie in Ihrer Freizeit? Beispielsweise am Abend?

Befragte: Zu Freunden, in die Disko, am Wochenende ins Café. Schülertanztee gab’s da… und zum Sport.

Spongo: Welcher Kleidungsstil war in Ihrer Zeit Mode?

Befragte: Puh, was war in Mode? (überlegt) Jeans, weite Schlaghosen, Miniröcke und Hotpants waren "in".

Spongo: Mussten Sie oft im Haushalt helfen? Und wenn ja, was?

Befragte: Nicht viel. Abspülen, abtrocknen – wir hatten nämlich keine Spülmaschine, da musste man alles von Hand machen – sonst… ähm… Staubsaugen und Gartenarbeit. Wir hatten nämlich einen Gemüsegarten, so mit Tomaten und so. Da hab’ ich dann oft Unkraut ziehen müssen.

Spongo: Gab es "damals" auch Weltuntergangstheorien so wie heute? Wenn ja, wurden sie ernst genommen oder eher weniger?

Befragte: Gab es sicherlich. Aber ich muss ehrlich sagen: Damit hab’ ich mich weniger befasst. (lacht)

Spongo: Wenn Sie zum heutigen Leben Vergleiche ziehen, hat sich da etwas gewandelt oder nicht?

Befragte: Ich denke, es ist vor allen Dingen anders. Alles wurde beschleunigt. Die Kommunikation läuft ja heute größtenteils über Internet. Dann auch die Beschleunigung durch Medien.

Man muss außerdem mobiler sein als früher, vor allem auf den Arbeitsplatz bezogen, denke ich. Lernen ist wichtiger geworden. Wir leben ja heute in einer Wissensgesellschaft, da ist lebenslanges Lernen wichtig. Man kann nicht mehr stehen bleiben.

(überlegt) Es gibt auch mehr Individualisierung. Früher machte man vieles im Verein, heute ist man individueller.

Spongo: Wenn Sie die Arbeitsmarktsituation in Ihrer Zeit vergleichen mit der heutigen, würden Sie sagen, dass sich da etwas geändert hat? Haben Schulabgänger heute mehr Chancen als "damals"?

Befragte: Würd’ ich sagen. Wobei es ist schwer, alles nur mit schwarzweiß zu kategorisieren. Die Schüler haben größere Probleme, finde ich. Vor allem Hauptschüler fallen schnell durch’s Raster und sind arbeitslos. Solche Jobs, in denen Sicherheit herrscht, auf Kündigungen bezogen, sind weniger geworden.

Spongo: Welche Jobs wurden in Ihrer Zeit am meisten gewählt?

Befragte: Ich habe ja Abitur gemacht und danach studiert. Die Schüler aus meiner alten Abi-Klasse sind hauptsächlich Lehrer geworden, glaub’ ich. Puh… welche Jobs wurden da gewählt? Ich komme aus einer eher landwirtschaftlich orientierten Gegend. Da macht man dann eben so was in der Richtung. Gut, ich meine, viel verändert hat sich eigentlich nicht. Automechaniker ist man damals wie heute geworden. Nur dass es damals "Automechaniker" hieß und heute eben "Mechatroniker". Ich denke, die Ausbildung ist wichtig, aber ein Berufsfeld, das es nicht mehr gibt, fällt mir nicht ein.

Spongo: Wie war "damals" die Schule, unterrichtsmäßig?

Befragte: Auch gut, aber anders als heute. Es gab mehr Frontalunterricht. Arbeitsgruppen, so wie heute, wurden da eher weniger gebildet. Solche Dinge wie GFS, Referate etc. gab es auch eher weniger, die waren nicht so sehr im Lehrplan verankert. Damals kannte man so etwas weniger. Daher fand’ ich’s eigentlich gut.

Spongo: Haben Sie Ihren Lehrern Streiche gespielt?

Befragte: Ja, aber bitte frag’ mich nicht was. Halt harmlose Kisten, nichts Schlimmes eben.

Spongo: Wie viel Taschengeld haben Sie denn bekommen?

Befragte: (überlegt) Oje, oje. Da fragst du mich was. Ist lange her. Kurz vor dem Abi hab’ ich 20 Mark im Monat bekommen.

Spongo: Ist das heutige Taschengeld gerechtfertigt?

Befragte: Ich würde da unterscheiden: Es hängt nun mal von den Eltern ab, die entscheiden ja. Unsere Kinder müssen ihr Taschengeld eigentlich für keine Notwendigkeiten ausgeben. Sie dürfen es für ihr Vergnügen benutzen. Es ist aber nicht so üppig…

Es ist halt alles teurer geworden, da muss eben auch das Taschengeld erhöht werden. Aber ich sehe nicht ein, dass die Eltern, also wir, jede Handyrechnung tragen. Irgendwo gibt es ja schließlich Grenzen.

Spongo: Okay, das war’s dann. Danke für das Gespräch.

Befragte: Gern geschehen. Tschüs.